Was kostet eine Hausmeister-Software?
6 Minuten Lesezeit · aktualisiert am 31. Juli 2026
Der monatliche Grundpreis sagt wenig über die tatsächlichen Kosten. Entscheidend sind vier Dinge: ob pro Nutzer oder pro Betrieb abgerechnet wird, ob eine Einrichtungsgebühr anfällt, wie lang die Vertragsbindung ist und welche Funktionen erst im höheren Tarif liegen.
Die vier Preismodelle am Markt
Software für Hausmeister-, Reinigungs- und Handwerksbetriebe wird auf sehr unterschiedliche Weise abgerechnet. Wer nur den Startpreis vergleicht, vergleicht deshalb meistens die falschen Zahlen.
- Preis pro Nutzer und Monat: günstiger Einstieg, wird aber teuer, sobald die gewerblichen Mitarbeiter mitzählen. Bei zehn Kräften ist ein Zehn-Euro-Tarif ein Hundert-Euro-Tarif.
- Preis pro Betrieb und Monat: eine Pauschale, unabhängig von der Kopfzahl. Planbar, lohnt sich vor allem, wenn viele Mitarbeiter die App nutzen sollen.
- Kauflizenz plus Wartung: einmalige Anschaffung, danach jährliche Wartungsgebühr für Updates. Hoher Anfangsbetrag, häufig bei älteren, lokal installierten Programmen.
- Modulpreise: Grundmodul günstig, aber Zeiterfassung, Planung und Rechnungswesen kosten je einzeln. Der Endpreis steht erst, wenn du weißt, was du wirklich brauchst.
Positionen, die im Angebot gern fehlen
- Einrichtungsgebühr oder Onboarding-Paket, oft als Einmalbetrag im dreistelligen Bereich.
- Datenübernahme aus Excel, teils als Dienstleistung nach Aufwand berechnet.
- Schulung, meist als Tagessatz, gelegentlich als Pflichtposition.
- Mindestlaufzeit von zwölf oder vierundzwanzig Monaten, häufig mit automatischer Verlängerung.
- Zuschläge pro zusätzlichem Mandant, pro Objekt oder pro Gigabyte Speicher für Fotos.
- Kosten für Schnittstellen, etwa zur Buchhaltung oder zum Kalender.
Frag vor der Entscheidung ausdrücklich nach diesen sechs Punkten. Ein günstiger Monatspreis mit Einrichtungsgebühr und zwei Jahren Bindung kann im ersten Jahr teurer sein als eine höhere Pauschale ohne Bindung.
Beispielrechnung: Betrieb mit acht Mitarbeitern
Angenommen, ein Hausmeisterbetrieb mit einem Inhaber und acht gewerblichen Mitarbeitern will, dass alle die mobile Zeiterfassung nutzen. Neun Zugänge also. So verschieben sich die Modelle im ersten Jahr:
| Modell | Rechnung | Erstes Jahr |
|---|---|---|
| 15 € pro Nutzer/Monat | 9 Nutzer × 15 € × 12 | rund 1.620 € |
| 15 € pro Nutzer/Monat plus 490 € Einrichtung | 1.620 € + 490 € | rund 2.110 € |
| Pauschale 59 € pro Monat für den Betrieb | 59 € × 12 | rund 708 € |
| Kauflizenz 1.500 € plus 18 % Wartung | 1.500 € + 270 € | rund 1.770 € |
Die Zahlen sind Rechenbeispiele zur Verdeutlichung der Modelle, keine Marktpreise bestimmter Anbieter. Hol dir immer ein konkretes Angebot für deine Mitarbeiterzahl.
Was SB Portal kostet
SB Portal rechnet pro Betrieb ab, nicht pro Nutzer. Der Standard-Tarif kostet 59 € im Monat und umfasst bis zu 10 Mitarbeiter mit unbegrenzten Aufträgen, Kundenverwaltung, Objektverwaltung, mobiler Zeiterfassung, wiederkehrenden Aufträgen sowie Angeboten und Rechnungen.
Der Pro-Tarif kostet 89 € im Monat, hat kein Mitarbeiter-Limit und enthält zusätzlich das Dispatch Board für die Wochenplanung, das Kundenportal, die Profitabilitätsauswertung, den CSV- und DATEV-Export sowie den iCal-Kalender-Sync.
Es gibt keine Einrichtungsgebühr, keine Mindestlaufzeit und keine Schulungspflicht. Die Testphase läuft 30 Tage ohne Kreditkarte und endet ohne Vertrag, wenn du nicht ausdrücklich zustimmst.
Ab wann sich die Ausgabe rechnet
Die ehrliche Rechnung läuft nicht über den Preis, sondern über deine Bürozeit. Rechne zusammen, wie viele Stunden im Monat für Stundenzettel, Rechnungsschreiben und Nachfragen draufgehen, und setze deinen eigenen Stundensatz an.
Bei zwei Abenden Büroarbeit im Monat und einem kalkulatorischen Satz von 45 € liegt der Gegenwert bereits bei etwa 180 €. Kommt hinzu, dass Kleinaufträge nicht mehr unabgerechnet durchfallen und Rechnungen früher rausgehen, verschiebt sich die Rechnung weiter. Das ist keine Garantie, aber der Punkt, an dem du rechnen solltest.
Wann sich Software noch nicht lohnt
Es gibt Fälle, in denen der Umstieg zu früh kommt, und die sollte ein Anbieter offen benennen.
- Du arbeitest allein, hast wenige Stammkunden und schreibst unter fünf Rechnungen im Monat: dann reicht eine Vorlage plus Kalender.
- Dein Geschäft ist reines Projektgeschäft mit Materialbeschaffung und Lagerhaltung: dann brauchst du eher eine Warenwirtschaft als eine Einsatzplanung.
- Du hast bereits eine eingespielte Lösung, die dein Team akzeptiert, und nur einzelne Funktionen fehlen: dann prüfe zuerst die Erweiterung.
Häufige Fragen
Was kostet eine Hausmeister-Software im Monat?
Je nach Modell wird pro Nutzer oder pro Betrieb abgerechnet. Bei nutzerbasierten Tarifen summiert sich der Betrag mit jedem Mitarbeiter, bei Betriebspauschalen bleibt er gleich. SB Portal kostet als Pauschale 59 € im Monat bis 10 Mitarbeiter und 89 € im Monat ohne Mitarbeiter-Limit, ohne Einrichtungsgebühr und monatlich kündbar.
Gibt es kostenlose Hausmeister-Software?
Es gibt kostenlose Einstiegsvarianten, meist mit engen Grenzen bei Nutzerzahl, Auftragsmenge oder Speicherplatz und häufig ohne Rechnungsarchivierung. Für einen Einzelunternehmer kann das anfangs genügen. Sobald Mitarbeiter Zeiten erfassen und Rechnungen revisionssicher abgelegt werden müssen, endet der kostenlose Rahmen in der Regel.
Sind Einrichtung und Datenübernahme üblich extra?
Häufig ja, als Einmalbetrag oder nach Aufwand. Frag danach ausdrücklich, bevor du unterschreibst. Bei SB Portal richtest du das Konto selbst ein und importierst Kunden, Objekte und Belege per CSV aus Excel, ohne zusätzliche Gebühr.
Welche Vertragsbindung ist normal?
Verbreitet sind zwölf bis vierundzwanzig Monate mit automatischer Verlängerung, es gibt aber auch monatlich kündbare Angebote. Bei saisonalem Geschäft wie Winterdienst ist die kurze Bindung oft der wichtigere Faktor als der Monatspreis.